Daniel Fau

"Finde mal eine Software, mit der du Flammen renderst"

In den Geschichten von Unternehmen gibt es einen Fundus von Archetypen, wie alles begann. Im Wohnzimmer oder in der Garage, mit überzogenen Kreditlinien, genialen Erfindungen und natürlich unternehmerischem Weitblick. Und Zufällen. Leben also. Die "ordentliche" Geschichte von DFAU lesen Sie hier. Hier lesen Sie die zugegebenermaßen äußerst verkürzte "unordentliche" Geschichte über das Leben, das Universum und warum alles so kommen musste.


Daniel ist eigentlich kein Franke. Daniel ist Fürther. Dort geboren, im Klinikum, dessen Slogan auch zu DFAU passen würde: "Innovativ, familiär, kompetent." Grundschule Soldnerstraße, Hardenberg-Gymnasium. Hardhöhe, Espan (samt parallelem Abstecher nach Wien), Fürth-Innenstadt, Alter Flugplatz. Das neue Büro liegt beim Alten Flughafen, im Golfpark. Bodenständig: 1. lange ansässig; fest in der Heimaterde verwurzelt unkompliziert, 2. natürlich und normal.

Die andere Konstante: Sport. Kinderturnen, Kunstturnen, Leichtathletik. Und später Basketball, die Helden aus der NBA als Vorbild. Über der Garage hängt ein Korb, der Platz darunter wird im Winter freigeschaufelt. Dann die Katastrophenmeldung aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium: Seit gefühlt 30 Jahren gibt es zum ersten Mal keinen Leistungskurs Sport. Keine 15 Punkte, stattdessen Bio und Englisch. Zartere Seelen wären daran zerbrochen.

Erst Siemens dann Tanzschule

Mit 17 wechselt der Takt: Die anderen sind in der Schule und lernen, Daniel ist in der Schule und arbeitet. Mit einem Ferienjob in der Marketingabteilung der Siemens-Zentrale bei München wird der Führerschein verdient. Dann erscheint Kunde Null auf der Bildfläche: Die Tanzschule Krebs in Fürth bekommt eine in HTML gebaute Website. Wobei das HTML von damals meilenweit von dem heutigen entfernt ist.

Überhaupt war damals, um das Jahr 2000, vieles anders. Google? Ging in diesem Jahr eine Partnerschaft mit Yahoo! ein und wurde erstmals größte Suchmaschine. Für Websites musste man sich alles irgendwie zusammensuchen und mit der Hand am Arm zusammenbauen. Die Schwester hat eine Tanzschule für Irischen Stepptanz, "Celtic Fire" und das sollte auch im Netz aller Netze lodern. Aus heutiger Sicht wäre der Skip-Button das wichtigste Element. "Finde mal Software, mit der du Flammen renderst. Und daraus eine Animation erzeugst", sagt Daniel Fau heute. Es gab Zeiten, da war das noch ein großes Ding. Genauso wie das in 3D rotierende Sparschwein einer Vermögensberatung oder die Sounds, die aus dem Game Half-Life stammten. Fas-zi-nierend, hätte Mr. Spock gesagt.

Die erste Rechnung aus dieser Zeit war noch in Excel, mit Makros. Mit Makros! 21 HTML-Seiten, CI-Entwicklung, Counter, Anmeldeformular, Grafiken, Seitentest, Upload und Suchmaschineneintrag für insgesamt 700 DM. Geld, das umgehend in eine Armani-Uhr investiert wurde, die übrigens eineinhalb Jahrzehnte später das Hochzeitsgeschenk für einen gewissen Thomas Maroschik war.

Selbst ist der Mann

Der bewährte Beat von Leben & Arbeiten wird nahtlos im Zivildienst fortgeführt. Vormittags HTML, nachmittags körper- und sprachbehinderte Kinder, später Nachtschleife. Die Websites werden erst auf einem sündhaft teuren Windows-Laptop gebaut, später auf sündhaft teuren Apple-Rechnern. Mit dem ersten großen Auftrag wird ein eigenes CMS programmiert. Damit ist Daniel nicht allein: Die Zahl der über den Planeten verteilten "stubs", also abgebrochener und unvollendeter Entwicklungen aus dieser Zeit, dürfte Legion sein.

Die FH in Ansbach möchte vom angehenden Kommunikationsdesign-Studenten Fau wissen, was er denn dort lernen wolle und der denkt sich nur, dass wenn die FH das nicht weiß, er das erst recht nicht wissen kann. Zweiter Anlauf, im selben Jahr, Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft an der TU Ilmenau. Der Numerus Clausus steht im Weg. Schließlich wäre der Studienplatz nach Anrechnung der Berufserfahrung nur noch drei Plätze entfernt, doch dann kommt mit der DLI ein Auftrag im mittleren fünfstelligen Bereich dazwischen. Es sind nicht unbedingt die Praktiker, die an der Universität landen.

Der Neue Markt kommt und geht wieder, die Kunden wollen plötzlich auch Print und mit einem Mal ist die One Man Show unter dem Dach in der Espanstraße eine Full-Service-Agentur. Vor deren Tür eines Tages an einem Samstag der Lehrling steht, der die Lehrstelle wechseln möchte und der als Bewerbung eine CD (so viel Speicherplatz!) mit Autostart geschickt hat.

Regisseur, Schnitt. Fast Forward.

Thomas Maroschik, Tom, wird DFAU-Lehrling #1. Beide merken schon bald, dass es mehr Sinn ergibt, wenn Tom den digitalen Takt vorgibt und die Websites baut und Daniel Print macht und nicht, wie gedacht, umgekehrt. Print wird weniger, das Unternehmen mehr. Strukturen aufbauen, Zahlenwerke kontrollieren, die nächsten Freelancer im Netzwerk steuern, neue Mitarbeiter und Azubis anheuern, Projekte akquirieren und steuern. Wer ein Unternehmen führt weiß, dass das nicht wenig ist. Die erste Firma ist halt immer die schwerste. Das schwarze Sofa aus der Espanstraße steht übrigens immer noch im Büro.

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